Graue Herren im Krankenhaus

Die grauen Herren sind Zeitdiebe und heißen „Papierkram“, „Dokumentation“ und „Aktensuchen“

BERLIN, DE (HealthTech Wire / News) – Ärzten wird Zeit gestohlen. Zeit, die sie für eine intensivere Kommunikation mit den Patienten, Abstimmungen mit den Kollegen und gerne auch mal für eine Pause oder den pünktlichen Feierabend nutzen würden – was im Arbeitsalltag keine Selbstverständlichkeit darstellt. Das zeigen die ersten Ergebnisse der Studie zum Thema „Kosten und Zeitaufwand für die Dokumentation im Krankenhaus“, durchgeführt von HIMSS Europe in Kooperation mit Nuance Healthcare. Unter anderem wurde gefragt, was Ärzte mit 30 Minuten mehr Zeit am Tag machen würden.

Story Highlights
  • Ärzte würden ihren Arbeitsalltag angenehmer gestalten und für das richtige Maß an Work-Life-Balance sorgen
  • Zeitdiebe im Krankenhaus sind zu viel Papierkram, ein Missverhältnis zwischen medizinischer Arbeit und Dokumentation und die zunehmende Arbeitsbelastung
  • „Schön wäre es, einfach mal etwas entspannter, ohne Druck agieren zu können. Das könnte Fehler vermeiden und den Spaß an der Arbeit erhöhen.“

Mithilfe der Studie wollen die Initiatoren ermitteln, wie viel Zeit ein Arzt wirklich mit Dokumentation verbringt und wie durch digitale Hilfsmittel diese Zeit reduziert werden kann. Damit am Ende die Qualität nicht nur bei der Patientenbehandlung, sondern auch im Arbeitsalltag des Arztes stimmt.

30 Minuten für mehr Arbeitsqualität

Für Ärzte, das wird aus den Antworten deutlich, bedeutet Zeit Qualität. Und das nicht nur für die Patienten und deren Behandlung. Hätten Ärzte 30 Minuten mehr Zeit am Tag, so ist für einen Großteil selbstverständlich, dass sie diese Zeit dem Patienten schenken würden. Eine Antwort, die man von einem Arzt erwartet. Es steckt jedoch mehr dahinter. Ärzte würden diese Zeit ebenfalls dazu nutzen, ihren Arbeitsalltag angenehmer zu gestalten und für das richtige Maß an Work-Life-Balance sorgen. Mit 30 Minuten mehr am Tag würden sie beispielsweise eine Mittagspause machen, aber auch den Austausch mit den Kollegen suchen und Mitarbeiter führen. „Mehr Zeit reduziert für mich Stress. Stress, allen gerecht werden zu müssen. Den Patienten, den Kollegen aber auch meiner Familie, die sich wünscht, dass ich nach Hause komme, bevor alle zu Bett gegangen sind“ antwortete Richard Fisch, Oberarzt aus dem Bereich Anästhesie und Intensivmedizin. Mehr Zeit schafft also einen Gewinn für alle Beteiligten.

Papierkram + Dokumentation = Zeitverlust

Zeitdiebe im Krankenhaus sind laut Antworten der Ärzte die üblichen Verdächtigen: Zu viel Papierkram, ein Missverhältnis zwischen medizinischer Arbeit und Dokumentation und die zunehmende Arbeitsbelastung. Sie mindern die Begeisterung am Ärzteberuf.

Ein Grund mehr, nicht-medizinische Tätigkeiten mithilfe von Informationstechnologien zu unterstützen. Denn jede Minute, die der Arzt weniger oder einfacher dokumentiert und Informationen schneller einsehen kann, erleichtert ihm die Arbeit.

Zeitgewinn durch IT möglich?

Ärzte, die im Arbeitsalltag durch IT unterstützt werden, sehen deutlich den Nutzen. Einer der befragten Ärzte erlebt die digitale Dokumentation als unverzichtbaren Bestandteil des täglichen klinischen Alltags, mit dem viele Prozesse effizienter und schneller durchgeführt werden können. Ein anderer freut sich über die Lesbarkeit digitaler Befunde. Er hat die Erfahrung gemacht, dass das Verfassen von Arztbriefen und OP-Berichten um ein Vielfaches einfacher geworden ist. Für diese Ärzte bedeutet IT einen Zeitgewinn. In den Häusern der meisten Befragten gibt es jedoch Nachholbedarf. Bei vielen Ärzten ist die Papierakte weiter das Dokumentationsinstrument Nummer eins, in den meisten Häusern laufen digitale und papierbasierte Dokumentation parallel und belasten zusätzlich.

Segen statt Fluch

„Schön wäre es, einfach mal etwas entspannter, ohne Druck agieren zu können. Das könnte Fehler vermeiden und den Spaß an der Arbeit erhöhen. Dokumentationssysteme können dazu beitragen, den Klinikalltag zu entspannen. Jedoch nur dann, wenn sie gut gemacht sind. Sonst sind sie mehr Fluch als Segen“ spricht Ingo Witte, Unfallchirurg am Universitätsklinikum Düsseldorf, sicher vielen Kollegen aus dem Herzen.

Damit IT die Dokumentation im Krankenhaus gut unterstützt, muss sie den Arbeitsalltag einfach und intuitiv begleiten. Das funktioniert, wenn beispielsweise das Diktat mobil wird und den Behandlungsprozess durch Spracherkennung auf mobilen Endgeräten begleitet.

Um die grauen Herren im Krankenhaus zu vertreiben, müssen Ärzte ihre Arbeit lieben.

Hier voranmelden und die Studienergebnisse exklusiv erhalten!

###

Quelle: HealthTech Wire

„Mehr Zeit reduziert für mich Stress. Stress, allen gerecht werden zu müssen. Den Patienten, den Kollegen aber auch meiner Familie, die sich wünscht, dass ich nach Hause komme, bevor alle zu Bett gegangen sind.“
„Mehr Zeit reduziert für mich Stress. Stress, allen gerecht werden zu müssen. Den Patienten, den Kollegen aber auch meiner Familie, die sich wünscht, dass ich nach Hause komme, bevor alle zu Bett gegangen sind.“
Mehr Zeit schafft einen Gewinn für alle Beteiligten.
Veröffentlicht in GoDirect / Newspartner

 | 

Leser-Statistik

- 3754 Mal gelesen

- Davon 473 mal in den ersten 3 Tagen

Leserforum:

Was meinen Sie?