Klinische Pfade: Integrierte Versorgung möglich machen

FRECHEN, DE - (HealthTech Wire / News) - Wie kann ein Klinisches Informationssystem (KIS) zu einer Plattform umgewandelt werden, die eine echte integrierte Behandlung gewährleistet? Das Unternehmen Tieto hat erst kürzlich sein System iMedOne im Zentrum für Seelische Gesundheit in Marienheide durch sein klinisches Pfad-Modul komplettiert – mit dem Ergebnis, dass die medizinischen Fachkräfte wesentlich enger zusammenarbeiten und die Zufriedenheit im Team stetig steigt.

Das Zentrum für Seelische Gesundheit Marienheide ist eine psychiatrische Einrichtung mit Abteilungen für Allgemeine Psychiatrie, Suchtkrankheiten sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie. „Wir arbeiten bereits seit Jahren mit iMedOne und haben uns vor einem Jahr entschlossen, ein klinisches Pfad-Modul hinzuzufügen”, so der leitende Oberarzt der Abteilung für Allgemeine Psychiatrie, Andreas Sobottka.

In der Psychiatrie entschied man sich für die Einführung eines klinischen Pfad-Moduls, weil dort, wie auch in anderen medizinischen Fachgebieten, die Komplexität der medizinischen Versorgung und Behandlung in den letzten Jahren immer mehr zugenommen hat.

Andreas Sobottka erläutert: „Angesichts dieser Entwicklung wird es  immer wichtiger, Ärzten, Schwestern und Pflegern sowie allen anderen, die in den Behandlungsprozess noch involviert sind, klare Leitlinien an die Hand zu geben.“

Das klinische Pfad-Modul von Tieto nutzt einen Zeitstrahl, um alle diagnostischen, therapeutischen und sozialen Maßnahmen aufzuzeigen, die bei der Behandlung eines Patienten mit einer bestimmten Erkrankung angebracht sind.

Dieser Zeitstrahl lässt sich mit nur einem Mausklick aus dem allgemeinen Datenblatt des Patienten in iMedOne aufrufen. Ärzte, Schwestern und Pfleger sowie weitere involvierte Personen wie Sozialarbeiter, Beschäftigungstherapeuten und Psychologen haben jeweils ihre individuelle Sicht auf den jeweiligen Pfad. Sie sehen auf einen Blick, welche Maßnahmen bereits ergriffen wurden, welche gerade durchgeführt werden und welche noch anstehen.

Vor allem der qualitative Aspekt ist für Sobottka das Entscheidende: „Für einen Patienten, der zum ersten Mal wegen einer Schizophrenie behandelt wird, schreiben die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) Schnittbildaufnahmen vor. Wir haben in unseren Schizophrenie-Pfad die Magnetresonanztomographie als Mittel der Wahl integriert, weil wir die diagnostischen Möglichkeiten für besser halten und die Strahlenbelastung einer Computertomographie umgehen“, so Sobottka. Im Ergebnis werden jetzt mehr Patienten als je zuvor mittels MRT untersucht.

Auch andere Kollegen begrüßen das neue Instrument. Sobottka: „Allgemein anerkannt ist, dass die klinischen Pfade die Zusammenarbeit erheblich verbessern. Wir haben dies bislang noch nicht statistisch ausgewertet, aber wir sehen ganz deutlich, wie die Arbeitszufriedenheit abteilungsübergreifend zugenommen hat.“

Vor allem die Schwestern und Pfleger machen von dem Modul regen Gebrauch, da die Tieto-Lösung die Pflegeplanung komplett integriert. Der individuelle Zeitplan einer Schwester wird automatisch mit den Informationen aus den klinischen Pfaden aktualisiert, so dass jeder weiß, was als Nächstes zu tun ist. Ein Patient mit Zwangsbehandlung benötigt zum Beispiel eine ganz andere Behandlung als ein regulärer Patient. Diese Umstände werden im Pflegeplan der zuständigen Schwestern und Pfleger sofort abgebildet.

Sobottka räumt allerdings ein, dass es einige Zeit dauern wird, die klinischen Pfade vollständig aufzubauen, da alle Schritte im Behandlungsprozess erst einmal integriert werden müssen. „Am längsten hat es gedauert, den Basispfad aufzubauen, der bei jedem Patienten aktiv wird. Pfade für spezielle Behandlungssituation sind wesentlich leichter zu erstellen.” Die Mühe habe sich aber in jedem Fall gelohnt. „Unsere Arbeitsbelastung ist gesunken. Wir stellen schon jetzt fest, dass wir mehr Ressourcen zur Verfügung haben.“

Sobottka schätzt zudem an der Tieto-Lösung die Möglichkeit, jeden einzelnen Schritt des klinischen Pfades mit entsprechenden Dokumenten hinterlegen zu können. „Depressive Patienten zum Beispiel benötigen eine Laboruntersuchung für Lues als Standardmaßname, während Schizophrenie-Patienten dies nicht benötigen. Um diesen Unterscheid zu erklären, fügen wir diesem Element etwa eine Studie oder PowerPoint-Präsentationen an.” Mit anderen Worten: Tietos Klinische-Pfade-Lösung dient nicht nur als intelligente Checkliste und Integrationsplattform für das versorgende Team, mit ihr lassen sich auch Aus- und Fortbildung optimieren.

Sie finden Tieto auf der conhIT in Halle 2.2, Stand B-101

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Quelle: HealthTech Wire für Tieto Deutschland GmbH