Kongress eHealthCare.ch: Vertreter aus dem Gesundheitswesen diskutieren Nutzen und Risiken von eHealth

Am «Warm-up»-Kongress diskutierten Vertreter aus dem Gesundheitswesen Nutzen und Risiken von eHealth.

NOTTWIL, CH - (HealthTech Wire / News) - Mit der Einführung der Versichertenkarte sind der Datenschutz und Abwehrreaktionen gegen elektronische Gesundheitsdienste (eHealth) erneut entflammt. Am «Warm-up»-Treffen vom 17. März in Nottwil diskutierten Oliver Peters, Direktor Administration und Finanzen am Universitätsspital Lausanne, und Stefan Kaufmann, Direktor santésuisse, Konfliktpunkte der neuen Technik.

«Bislang wird der Nutzen von eHealth auf die Administration beschränkt», bemängelte Stefan Kaufmann. «Aber mit dem Essen kommt der Appetit. Wenn die Innovation ohne Zwang erfolgt, wächst auch das Bedürfnis.» Als erfolgreiches Beispiel nannte der santésuisse- Direktor die Telemed-Modelle mit medizinischer Beratung am Telefon. Diese verbuchten auf das Jahr 2008 eine Zuwachsrate von 30 Prozent.

Eine Vorreiterrolle in der Umsetzung von eHealth nimmt das Universitätsspital Lausanne ein. Das CHUV setzt seit 2002 DRG (in der Variante APDRG) ein und unterhält seit Beginn der Neunzigerjahre eine weitreichende Kooperation mit dem Universitätsspital Genf. Trotz guter Potenziale erzielen eHealth-Anwendungen in der Schweiz laut Oliver Peters wenig Akzeptanz, weil es an klar formulierten Aufträgen und einer entsprechenden zielgruppengerechten Kommunikation für diese Systeme fehlt. Bei vielen Anwendern bestehe im Gesundheitsbereich ein Missverständnis zwischen dem potenziellen und dem realen Nutzen von IT-Systemen. «Ein Operationssaal-Steuerungssystem ermöglicht eine gute Planung und Auslastung von Operationssälen, gewährleistet aber nicht, dass die Chirurgen die dafür notwendige Information liefern», erklärte Peters. Er sieht den Nutzen von eHealth auf Spitalseite darin, dass die Informationsübermittlung verbessert wird und Health Professionals notwendige Patientenangaben früher erhalten. Eine elektronisch unterstützte Medikamentenverordnung würde zudem zu einem besseren Schutz vor unerwünschten Ereignissen wie Medikamenten-Interaktionen oder Allergien führen.

Für Oliver Peters ist die Einführung von eHealth-Anwendungen deshalb kein technisches Problem, sondern eines der Governance: «Die Spitäler müssen ihre operationellen Leitungen stärken und in die Lage versetzen, den vollen Nutzten aus eHealth-Anwendungen zu realisieren. Eine nationale Governance braucht es dort, wo übergeordnete Interessen wie Patientenrechte, Datenschutz und -sicherheit gegen mögliche Zielkonflikte geschützt werden sollen.»

Fortschritte und klinische Beispiele von eHealth-Systemen werden am 10. Kongress eHeatlhCare.ch am 22./23. September in Nottwil unter der Leitung des Gesundheitsökonoms Dr. oec. HSG Willy Oggier vorgestellt.

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Quelle: eHealthCare.ch