LEIPZIG, DE - (HealthTech Wire / Meinung - von Uwe Buddrus) - C. Peter Wägemann hat es auf den Punkt gebracht: „Während eHealth an die Nutzung bestimmter Software geknüpft ist, hat mHealth das Potenzial, das gesamte System zu ändern.“
- Ärzte fordern Einführung von mHealth, da es über mobile Apps neue Werkzeuge gibt, um ihre Arbeit zu verbessern
- 72%
aller Ärzte in den USA verfügen über Smartphones, 95% von ihnen rufen
medizinische Informationen über Apps mit Handheld-Geräten und
Smartphones
- mHealth bietet Möglichkeiten für eine
qualitativ bessere Patientenversorgung und für Verringerung der
Fehlerquote in der Medizin
Wer hätte das noch vor ein paar Jahren gedacht? Visionäre vielleicht, aber sicher nicht Analysten, die sich wie ich an der Datenlage orientieren. Im Jahr 2009 hatten dem eHospital Census (jetzt fortgesetzt durch HIMSS Analytics Europe) zufolge mobile Workstations im Vergleich zu sämtlichen Workstations in den Akutkrankenhäusern Deutschlands, Frankreichs, Italiens und Spaniens lediglich einen Anteil von zwischen 4 und 11 Prozent. Nicht einmal alle mobilen Workstations waren drahtlos mit den Krankenhaus-informationssystemen verbunden. Während sich die Nutzung von Smartphones im privaten Umfeld schnell verbreitete, wurden die Krankenhäuser von der Möglichkeit, Smartphones für professionelle Zwecke einzusetzen, überrascht. Wie konnte man von mHealth auch nur träumen, ohne eine entsprechende technische Infrastruktur zu haben?
Nur wenige Jahre später ist ein Teil der dafür nötigen Infrastruktur der Markteintritt auf einem anderen Weg gelungen als über IT-Investitionen des Krankenhauses: Heute verfügen 72 Prozent aller Ärzte in den USA über Smartphones. 95 Prozent von ihnen rufen medizinische Informationen über Apps mit Handheld-Geräten und Smartphones ab und zwei Drittel nutzen Online-Inhalte für berufliche Fragen. Die Krankenhäuser werden mit Anfragen der Ärzte bombardiert, die elektronischen klinischen Informationssysteme für ihre Black Berries oder iPhones verfügbar zu machen.
Ärtze fordern Einführung von mobile Health
Mit anderen Worten: Die Ärzte fordern die Einführung von mobile Health. Zugleich gibt es immer mehr mobile Anwendungen für den Gesundheitsbereich, die zunehmend auch beim Pflegepersonal und den Patienten beliebt sind.
Das Angebot an mobilen Applikationen für den Gesundheitsbereich ist groß und es wird die Arzt-Patienten Beziehung in vielerlei Hinsicht verändern. Es ist praktisch sofort umsetzbar, Ärzten und Pflegepersonal über mobile Applikationen neue Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie ihre Arbeit besser machen können.
Die elektronische Unterstützung klinischer Entscheidungen und die hohen Anforderungen der Arzneimittelsicherheit setzen eine geschlossene Medikationsverwaltungderen Umsetzung für Krankenhäuser bei der Einführung von elektronischen Patientenakten bislang eine große Herausforderung darstellt. Daher scheint es sinnvoll, sich auf die Möglichkeiten zu konzentrieren, die mHealth in der direkten Patientenversorgung bietet – was immer mehr führende europäische Krankenhäuser auch tun.
Verbesserung der Sicherheit bei der Medikamentengabe
Dass mHealth beispielsweise die Sicherheit bei der Medikamentengabe verbessern kann, liegt auf der Hand: Die elektronische Verschreibung verringert die Häufigkeit unerwünschter Nebenwirkungen, denn Ärzte werden automatisch auf Arzneimittel- Wechselwirkungen hingewiesen, schneller über medizinische Neuigkeiten, wie beispielsweise Medikamentenrückrufe und –zulassungen, informiert, sie können in Echtzeit die Dokumentation der durch die Krankenschwester am Krankenbett verabreichten Medikamente abrufen und auf Änderungen in letzter Minute reagieren. Eine weitere Folge des besseren Zugangs des Arztes zu den Aufzeichnungen des Pflegeper - sonals ist, dass die Patienten den ärztlichen Anweisungen besser folgen.
Bessere Patientenversorung und Verringerung der Fehlerquote in der Medizin
Verglichen mit den Möglichkeiten, die mHealth für eine qualitativ bessere Patientenversorgung und für eine Verringerung der Fehlerquote in der Medizin bietet, sind die Anforderungen, die sie an das Kommunikationsverhalten der Nutzer, die Sicherheit, an rechtliche Aspekte und die technische Infrastruktur stellt, relativ gering.
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Quelle: HealthTech Wire
Uwe Buddrus ist Managing Director bei HIMSS Analytics Europe.
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