Präzisere Brustkrebsdiagnose: Software-Lösung soll bei der Diagnose von verdächtigem Gewebe helfen

EUROPA – (HealthTech Wire / News) - Mit einem türkischen Dampfbad hat das EU-Projekt Hamam, das am Wiener European Institute for Biomedical Imaging Research (EIBIR) koordiniert wird, nichts zu tun. Ein internationales Team aus Radiologen, Genetikern, Physikern und Software-Spezialisten arbeitet zusammen daran, eine spezifischere Methode zur Brustkrebsdiagnose zu ermöglichen. Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in der EU. In Österreich etwa erkrankt jede achte Frau an diesem Karzinom. Die Früherkennung, bzw. die genaue Diagnose von verdächtigem Gewebe, ist häufig nicht eindeutig.

„Derzeit werden Mammografien durchgeführt; diese sind oft nicht präzise genug“, erläutert Projektkoordinatorin Sonja Guttenbrunner. Mit zusätzlichen 2D-Ultraschall- oder 3D-Magnet-Resonanz-Tomographie-Bildern wird in der konventionellen Behandlung versucht, das Ergebnis zu präzisieren. Der Radiologe kann dabei die Ergebnisse der verschiedenen Bildgebungsverfahren auf mehreren Bildschirmen begutachten aber systematisch verknüpfen kann er sie nur bedingt.

Durch die Software-Lösung Hamam sollen die Bildgebungsverfahren und Patientendaten in einem integrierten System zusammengeführt werden. Damit wird es möglich, die aus den unterschiedlichen Verfahren gewonnenen Abbildungen auf einem Bildschirm übereinander zu projizieren oder sogar die Mammografie-Aufnahmen von vor zwei Jahren mit aktuellen zu vergleichen. Darüber hinaus untersuchen Wissenschafter die genetischen Risikofaktoren, welche ebenfalls in das Gesamtsystem eingespeist werden.

Damit nicht an der Praxis vorbeigearbeitet wird, ist ein klinisches Beratungsgremium involviert. „Auf dessen Vorschlag hin wurde zum Beispiel die Zeitachse in das System übernommen“, beschreibt Software-Experte Thorsten Twellmann den Nutzen: „Mit der neuen Lösung können Radiologen jederzeit auf alle relevanten Bilddaten zugreifen und verdächtige Gewebestrukturen sicher bewerten.“

Derzeit ist man bei dem Vorhaben, dessen Gesamtaufwand bei 4,25 Mio. Euro (3,1 Mio. Euro von der EU) liegt, bei der Halbzeit angelangt. Ein funktionierender Prototyp am Ende der dreijährigen Projektdauer ist das Ziel.

„Das Projekt HAMAM leistet mit seiner Technologie einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Krebserkrankungen in Europa - ein weiterer Baustein zur Erreichung der Ziele des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms. Durch den von Anfang an engen Kontakt mit dem Koordinator, hat die FFG mit ihrem Know-how dazu beigetragen, dass die Projekteinreichung erfolgreich war.“ bestätigte Thomas Zergoi, Nationale Kontaktstelle Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) die Zusammenarbeit.

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Quelle: HAMAM

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