„Die Ausweitung von Innovation ist genau das, was wir brauchen“

EMC Corporate | IT-Systeme | 09.09.2016

(HealthTech Wire / Interview) Das niederländische Gesundheitsministerium hat erklärt, dass es im Bereich eHealth eine Menge Innovationen gibt, die ausgebaut werden müssen. Über dieses Thema haben wir mit Massimiliano Claps, Associate Vice President, IDC EMEA Health Insights und Michael Graetz, EMEA Healthcare Sales Vice President, EMC gesprochen:

IDC und EMC haben im Rahmen einer EMEA-Studie über die integrierte Versorgung über mehrere Jahre zusammengearbeitet: Wie bereit schätzen Sie die Perspektiven für den integrierten Ansatz ein?

MC: „Noch vor drei Jahren wurden Patientendaten hauptsächlich innerhalb eines Krankenhauses geteilt. Jetzt geht es viel mehr um ein ausgeweitetes Ökosystem und die Zusammenarbeit zwischen verschiedensten Stakeholdern quer durch die gesamte Versorgung, die über Krankenhäuser hinaus in Richtung soziale Versorgung und klinische Forschung geht. Außerdem müssen Patienten immer mehr in die mobilen Möglichkeiten involviert werden.“

MG: „Die Regierungen sind heute viel stärker auf die langfristige Qualität der Versorgung und ihre Ergebnisse fokussiert, als auf die Anzahl der Visiten und Labortests, die der Patient in Anspruch nimmt.“

Welche Hindernisse stehen dem ganzheitlichen Blick auf Patienteninformationen immer noch im Weg?

MC: „Einige der Hindernisse sind gleich geblieben und drehen sich um den Schutz sensibler Daten und darum, wie man mit Daten und Data Governance umgeht. Diesbezüglich gibt es noch sehr viele Vorbehalte. Es gibt auch technische Barrieren, die bisher nicht überwunden wurden, weil so viele verschiedene Technologien nicht miteinander interagieren. Das muss angegangen werden.“

MG: “Wir sehen eine Menge Innovationen in der Industrie, aber Mediziner und auch Patienten müssen in der Lage sein, aktiver Bestandteil dieses Prozesses zu sein. Von unserem Standpunkt als Anbieter in der Industrie aus sehen wir zunehmend Aufmerksamkeit und Interesse von Gesundheitsdienstleistern daran, Patientendaten von Anwendungen und Architekturen zu entkoppeln, um die Zusammenarbeit in einem breiteren System zu fördern. Jeder ist an Analytik interessiert, wie aber können wir auf alle relevanten Daten zugreifen und diese einbeziehen? Gesundheitsdienstleister, die noch immer Daten nutzen, die in Silos, proprietären Systemen und alten Anwendungen liegen, haben Schwierigkeiten, nach vorne zu blicken und die Vorteile von Innovationen zu erkennen und in Anspruch zu nehmen.“

Das niederländische Ministerium für Gesundheit hat gesagt, dass die größte Herausforderung die Ausweitung der Innovationen ist. Welchen Rat würden Sie dem Ministerium für Gesundheit diesbezüglich geben?

MC: „Die nationalen Regierungen, die Maßnahmen von oben auferlegt haben, waren in der Vergangenheit nicht erfolgreich. Anstatt vorzuschreiben, was jedes Krankenhaus mit Technologie tun darf, sollte eine Zusammenarbeit durch die Annahme von Standards und die Bereitstellung von Richtlinien für den Datenaustausch eine notwendige und wertvolle Rolle für Ministerien in ganz Europa spielen. Die Technologie ist ausgereift genug, um diesen Wandel zu ermöglichen. Das bedeutet, dass Daten für verschiedenste Zwecke auf sichere und konforme Weise verwendet werden können.“

MG: „Soziales, Mobilität und die Bereitschaft der Patienten, an diesem Prozess der Innovation im Gesundheitswesen teilzunehmen, könnte ebenfalls ein starker Antrieb für den Wandel sein. Außerdem könnten diese Ansichtspunkte dabei helfen, die bisherige Herangehensweise zu überdenken. Apps, neue Wege der Interaktion zwischen Patienten und Ärzten, Daten von Sensoren, Wearables usw. gibt es schon heute, nicht in ferner Zukunft. Sie sind die treibende Kraft dahinter, die Zusammenarbeit möglich zu machen. In unterschiedlichen Ländern in Europa ist sichtbar, wie Ministerien die Grundlagen hierzu legen. Diese Länder, wie zum Beispiel Finnland,  denken bereits über den nächsten Schritt nach – zum Beispiel, wie man Daten dazu nutzen kann, um die klinische Forschung zu verbessern. Die Ausweitung von Innovation ist genau das, was wir brauchen.“

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„Wir sehen eine Menge Innovationen in der Industrie, aber Mediziner und auch Patienten müssen in der Lage sein, aktiver Bestandteil dieses Prozesses zu sein.“
„Wir sehen eine Menge Innovationen in der Industrie, aber Mediziner und auch Patienten müssen in der Lage sein, aktiver Bestandteil dieses Prozesses zu sein.“
Michael Graetz, EMEA Healthcare Sales Vice President, EMC (li.) und Massimiliano Claps, Associate Vice President, IDC EMEA Health Insights
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