NOTTWILL, CH - (HealthTech Wire / News) - Immobilienbewirtschaftung wird im Gefolge der Einführung der DRG und der neuen Spitalfinanzierung zur Führungsaufgabe auf Stufe der obersten Spitalleitung. Diese Meinung dominierte am 3. Schweizerischer Kongress immoHealthCare.ch in Nottwil.
- SwissDRG legt Investitions- und Betriebskosten in einer Vollkostenbetrachtung in die Fallpauschalen um
- Mit neuer Spitalfinanzierung explodierten nicht die Kosten, sondern die Prämien
- Schweiz wird durch Einbezug der Immobilien in Fallpauschalen zu einer der wettbewerbsfähigsten Spitallandschaften kommen
Im Gegensatz zum deutschen Fallzahlensystem legt SwissDRG die Investitions- und Betriebskosten in einer Vollkostenbetrachtung in die Fallpauschalen um. Damit rückt ein bisher in der Erfolgsrechnung nicht betrachteter Kostenfaktor ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Wie sehr dies ins Gewicht in einem wettbewerblicheren Umfeld falle und welche Einsparungspotentiale durch prozessgesteuerte Immobilienplanung und -bewirtschaftung vorhanden seien, wurde mit aussagekräftigen Beispielen aus dem In- und Ausland dargelegt. Die Möglichkeit von Optimierungen im nicht medizinischen Bereich würden jedoch noch weitgehend unterschätzt.
Nicht die Kosten explodieren, sondern die Prämien
Regierungsrat von Basel-Stadt Dr. iur. Carlo Conti äusserte sich im Lichte des positiven Abstimmungsergebnis in seinem Kanton zur Ausgliederung der Spitäler zu „Aktuellen Fragen der schweizerischen Gesundheitspolitik“ . Es finde eine Verschiebung vom dual-finanzierten stationären in den von den Versicherern alleine finanzierten ambulanten Bereich statt. Die Belastung des einzelnen Versicherten nehme deshalb überdurchschnittlich zu. Mit der neuen Spitalfinanzierung explodierten nicht die Kosten, sondern die Prämien. Dazu käme die - gewollte - Verlagerung vom stationären zum ambulanten Sektor dank medizinisch-technischem Fortschritt. Das finanzielle Engagement des Versicherten in der Schweiz liege bei 41%, während im Durchschnitt der OECD-Länder nur 27% der Gesundheitskosten über Prämien bezahlt würden.
Vor Strukturbereinigungen
Conti erwartet Strukturbereinigungen bezüglich geografischen Räumen (Gesundheitsversorgungsregionen statt Kantonsgrenzen), Anzahl Spitäler und neuer Finanzierungsmechanismen. Darin waren sich die Teilnehmenden am Abschlusspodium einig. Weder Dr. med. Werner Kübler, Direktor des Universitätsspitals Basel noch Thomas Maurer, Leiter des Immobilienamtes des Kantons Zürich mochten sich indessen festlegen, wie viele der 320 schweizerischen Spitäler im Laufe der nächsten 5 Jahre dem Wettbewerbsdruck erliegen werden. Wolfgang Möller, auf internationalem Parkett tätiger Berater aus Berlin beglückwünschte SwissDRG für den Einbezug der Immobilien in die Fallpauschalen und meinte, die Schweiz werde dadurch zu einer der wettbewerbsfähigsten Spitallandschaften kommen.
Prozessplanung vor Architektur
Einigkeit herrschte unter den Fachleuten, dass Nachhaltigkeit, Betrieb und Unterhalt einer Immobilie, die gegenüber den Erstellungskosten viel stärker ins Gewicht fallen, schon bei der Planung adäquat berücksichtigt werden müssten. Schon vergleichsweise einfache Änderungen würden den (knappen) Ressourcen des Kerngeschäftes einen Mehrfachnutzen bringen. Noch werde dies unterschätzt.
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Quelle: eHealthCare.ch
