BERLIN, DE- (HealthTech Wire / News) - Vor der Digitalisierung der Pflege schrecken viele Krankenhäuser bisher noch zurück. Immer mehr Krankenhäuser zeigen aber, dass sich bei der elektronischen Pflegeakte in Verbindung mit mobilen Endgeräten eine hohe Nutzerakzeptanz und eine bessere Versorgungsqualität erreichen lassen.
- Immer mehr Krankenhäuser zeigen hohe Nutzerakzeptanz und bessere Versorgungsqualität durch elektronische Pflegeakte in Verbindung mit mobilen Endgeräten
- UKA und UKM berichteten am Abschlusstag der conhIT 2011 über gute Erfahrungen mit der Einführung einer elektronischen Pflegedokumentation und bewerteten digitale „Mobilisierung“ der Pflege als Erfolg
- „Wir sehen definitiv eine Verbesserung der pflegerischen Versorgung der Patienten (..)“
Die Vertreter gleich zweier großer Universitätsklinika berichteten am Abschlusstag der conhIT 2011 über gute Erfahrungen mit der Einführung einer elektronischen Pflegedokumentation. Am Universitätsklinikum Aachen (UKA) dokumentiert die Pflege seit 2010 auf 36 Stationen mit Hilfe von auf Visitenwagen montierten Laptops teilweise elektronisch. Und am Universitätsklinikum Münster (UKM) wird derzeit unter Einsatz spezieller Dokumentationsterminals eine elektronische Fieberkurve eingeführt, die bald auf 68 Stationen verfügbar sein soll.
In Aachen wurde dazu ein WLAN mit derzeit 178 Access Points aufgespannt. Münster baut ein WLAN mit 480 Access Points auf, das auch anderen Universitätsnutzern offen steht. „Damit es da keine Probleme gibt, haben wir eine Regelung getroffen, wonach medizinisch eingesetzte Geräte am Access Point grundsätzlich Priorität haben“, betonte Dieters Lüders vom UKM.
Sowohl am UKA als auch am UKM bewertet man die digitale „Mobilisierung“ der Pflege als Erfolg. „Wir sehen definitiv eine Verbesserung der pflegerischen Versorgung der Patienten, unter anderem durch die einheitliche Terminologie und durch eine jetzt einheitliche Strukturierung der Dokumente“, sagte Jens Schall von der Stabstelle EDV der Pflegedirektion am UKA.
In den jeweiligen Stationsteams werde zudem berichtet, dass die elektronische Dokumentation die interne Kommunikation über beispielsweise Wundverläufe deutlich verbessert habe, so Schall. Die Klinikverwaltung berichte zudem über eine spürbar bessere Revisionssicherheit bei MDK-Kontrollen aufgrund erstens besser lesbarer und zweitens strukturierterer Aufzeichnungen. Nach der sehr positiven Resonanz will man sich in Aachen in einem zweiten Schritt jetzt an den Aufbau einer elektronischen Fieberkurve wagen.
Auf diesem Weg schon unterwegs ist das UKM, wo die elektronische Fieberkurve inklusive Medikationsmodul derzeit einrichtungsweit eingeführt wird. Dort, wo dies schon geschehen sei, folgte auf anfängliche Ängste rasch eine hohe Akzeptanz, so Lüders. „Die Anwender wollen heute nicht mehr zurück zum Papier.“
Der Erfolg will allerdings erarbeitet sein: „Die Pflegedirektion hat drei Vollkräfte freigestellt, um den Umstieg zu bewältigen“, so Lüders. Diese intensive Vorortbetreuung durch Fachkräfte, die die Sorgen der Anwender aus erster Hand kennen, hält der Experte für sehr wichtig. Eine technische Herausforderung, die bewältigt werden musste, war auch die Umsetzung eines Ausfallsystems, damit die Daten beispielsweise im Falle eines Netzwerkausfalls dennoch zur Verfügung stehen.
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Quelle: HealthTech Wire für conhIT - Messe Berlin GmbH

