Telematikinfrastruktur: Der Countdown läuft

Nach einer umfangreichen Labortestphase starten im November die Feldtests für eine Telematikinfrastruktur (TI) im deutschen Gesundheitswesen. Geht es nach der gematik, sollen rasch die ersten Mehrwertanwendungen kommen.

BERLIN, DE - (HealthTech Wire / News) - „Wir bauen definitiv keine TI nur um ein Versichertenstammdaten-Update zu machen“, betonte der gematik-Geschäftsführer Arno Elmer im Rahmen des conhIT Kongresses. „Unser Ziel ist vielmehr, so schnell wie möglich Mehrwertanwendungen zu bekommen.“ Elmer betonte, dass er nicht hoffe, dass nach der geplanten Eröffnung der TI im Sommer 2016 nur sozialistisch Zeitpläne abgearbeitet würden. „Wir machen uns bereits jetzt intensiv Gedanken über die Anbindung anderer Dienste, und wir hoffen, dass auch der politische Wille da ist, das Thema zu beschleunigen.“

Seitens der Industrie setze sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass die TI die maßgebliche Kommunikationsplattform im deutschen Gesundheitswesen werde, betonte Elmer: „Wir werden derzeit zugeworfen mit Anfragen von Anbietern, die wissen wollen, wie sie ihre Anwendungen auf die TI bekommen. Diese Anfragen kommen auch aus dem Ausland.“

Telematikinfrastruktur künftig einzige Kommunikationsinfrastruktur im deutschen Gesundheitswesen

An die Adresse von Skeptikern sagte Elmer, dass die Telematikinfrastruktur in Zukunft die einzige Kommunikationsinfrastruktur im deutschen Gesundheitswesen sein werde, die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert ist. Kein anderes Netz werde an sie in punkto Sicherheit auch nur ansatzweise heran reichen: „Wir machen das für den Patienten, und nicht zum Selbstzweck.“

In Sachen Interoperabilität konstatierte Elmer noch deutlichen Verbesserungsbedarf. Zwar werde die gematik mit dem E-Health-Gesetz Aufgaben im Bereich Interoperabilität übernehmen. „Es kann aber nicht das Ende der Fahnenstange sein, dass wir Standards in ein Repository schieben. Irgendwann werden wir uns schon entscheiden müssen, welche wir nehmen.“

IT ist eine offene Plattform zur Anbindung existierender Anwendungen

Elmer äußerte sich auch zu den künftigen Aufgaben der gematik. Er betonte, dass die gematik die Plattform betreiben, aber keine eigenen Anwendungen entwickeln werde: „Das ist nicht Sinn der Sache. Die TI ist eine offene Plattform zur Anbindung existierender Anwendungen.“ Seitens der gematik würden auch keine Anreize für eine Anbindung gesetzt. Dies sei Aufgabe von Politik und Selbstverwaltung, so Elmer.

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Quelle: HealthTech Wire

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