„Die Zukunft ist mobil“

(HealthTech Wire / Interview) - An der Charité Universitätsmedizin Berlin wird der mobile Zugriff auf Patientendaten  intensiv evaluiert. Martin Peuker, stellvertretender CIO der Charité, sieht in der  Kombination aus Tablet-PC, intelligenten Applikationen und  Spracherkennung spannende Perspektiven für die Zukunft.

Welchen Stellenwert haben mobile IT-Lösungen, hat das Thema mHealth heute schon in der Charité?
Für uns ist das noch ein neues Thema. Klar ist: Die Zukunft ist mobil. Auch wenn längst noch nicht alle Prozesse an die Erfordernisse einer mobilen Dokumentation angepasst sind, haben wir jetzt auf Seiten der Hardware Geräte, die wirklich nutzbar sind, sowohl bei der Haptik als auch was Zuverlässigkeit und Lebensdauer der Akkus angeht. Entscheidend aus meiner Sicht ist, dass mHealth-Anwendungen einfach und sicher sein müssen, und dass sie überall verfügbar und vor allem vollständig sind. Es nützt nichts, wenn der Arzt am Bett nur auf einige Dokumente zugreifen kann.

Welche Erfahrungen haben Sie in Ihren Pilotprojekten konkret gemacht?
Wir haben mehrere Pilotbereiche definiert. Am intensivsten haben wir mobile Lösungen in der Neurologie eingesetzt, wo wir den Zugriff auf die elektronische Patientenakte derzeit komplett produktiv einsetzen. Ohne jetzt auf konkrete Zahlen einzugehen, kann man schon sagen, dass bei der flächendeckenden Nutzung den Ärzten mehr Zeit für die Patienten bleibt. Was die Hardware angeht, haben wir verschiedene Endgeräte getestet. Bei den Tablet- PCs war der Zugriff auf die Daten am schnellsten. Umgekehrt gibt es bei diesen Geräten derzeit noch Herausforderungen bei der Dokumentation. Hier sind die Notebooks noch im Vorteil.

Wie könnte die Dokumentation verbessert werden?
Ich denke, diese Frage ist eine derentscheidenden Fragen. Wir haben darüber mit unseren Anwendern und natürlich auch mit den Herstellern intensive Gespräche geführt. Ich persönlich glaube, dass der auf Dauer einzig akzeptierte Weg der mobilen Dokumentation gerade bei Tablet-Geräten die Spracheingabe ist. Wenn wir es schaffen, die mobilen Geräte mit einer leistungsfähigen Spracheingabe auszustatten, dann wird das das Thema mHealth unheimlich voranbringen. So richtig interessant wird es dann, wenn nicht nur Text erkannt wird, sondern auch automatisch bestimmte Funktionen starten, etwa eine ICD10-Codierung. Hier sehe ich sehr viel Potenzial.

Wie sieht es mit der Usability aus?
Auch hier haben wir einen interessanten ersten Schritt unternommen, den wir gemeinsam mit Partnern weiterentwickeln werden. Der Grundgedanke dabei ist, dass der Nutzer in dem Augenblick, in dem er sich einloggt, genau jene Arbeitsfelder dargestellt bekommt, die fürihn relevant sind. Dadurch wird das ganze Thema Dokumentation sehr viel übersichtlicher. Wir haben Feedback von unseren Ärzten bekommen, die uns sagen: „Ja, das ist jetzt schon sehr intuitiv, da ist kein großes Training nötig.“ Und genau da müssen wir hinkommen. Auch das ist noch keine komplett fertige Lösung. Es ist ein Baustein. Jetzt wird es darum gehen, die Stärken und Schwächen zu besprechen und technische, aber auch organisatorische Änderungen anzugehen. Die Einführung von mHealth ist ein langfristiges Projekt. Aber die Richtung stimmt!

Herr Peuker, vielen Dank für das Gespräch. (HTW)

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Quelle: HealthTech Wire für die Charité - Universitätsmedizin Berlin

"Bei der flächendeckenden Nutzung mobiler Lösungen bleibt den Ärzten mehr Zeit für die Patienten."
"Bei der flächendeckenden Nutzung mobiler Lösungen bleibt den Ärzten mehr Zeit für die Patienten."
Martin Peuker ist stellvertretender CIO der Charité - Universitätsmedizin Berlin
Veröffentlicht in GoDirect / Newspartner

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