„Jeder möchte mobile Geräte nutzen“

(HealthTech Wire / Interview) - Andreas Kaysler ist IT-Leiter der Augusta-Krankenanstalt gGmbH in Bochum. In den Einrichtungen dieses Klinikbetreibers hat das Zeitalter der mobilen Dokumentation schon begonnen. Ein Problem bleibt die Dateneingabe.

Welchen Stellenwert hat die mobile Dokumentation bei Ihnen im Krankenhaus heute schon?
Bei uns ist neulich einmal auf den Privatstationen einen Tag lang das WLAN ausgefallen. Da hatte ich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Chefärzte am Telefon. Aber im Ernst: Die Bedeutung der mobilen Dokumentation nimmt natürlich deutlich zu, auch im Bereich der medizinischen Dokumentation. Je mehr Ärzte zuhause mit Tablet-Geräten oder Smartphones arbeiten, umso stärker wird der Wunsch, das auch im Krankenhaus zu können.

Welche mobilen Dokumentationsmöglichkeiten gibt es bei Ihnen konkret?
Wir haben auf allen Stationen Notebooks im Einsatz, die über WLAN an das KIS angeschlossen sind, sodass auf der Visite eine mobile Dokumentation möglich wird. Unabhängig davon experimentieren wir noch mit diversen anderen mobilen Eingabegeräten. Seitens der Pflege haben wir mit unserem KIS medico die mobile Pflegedokumentation mit erworben, setzen sie aber noch nicht ein.

Auf welche Probleme stoßen Sie bei der mobilen Dokumentation?
Wenn wir von Tablet-PC-Lösungen sprechen, dann ist die Hardware meines Erachtens mittlerweile ausgereift. Das Problem ist die Software. Wenn jemand ein Tablet-Gerät nutzt und dessen intuitive Bedienung gewohnt ist, dann ist es unter Umständen sehr gewöhnungsbedürftig, eine Software einzusetzen, die nicht für die Fingerbedienung optimiert ist. Und leider sind die marktüblichen Klinik-, Radiologie- oder Laborinformationssystemen nicht für die Fingerbedienung optimiert.

Könnte das durch den Einsatz von Spracherkennung in der mobilen Dokumentation besser werden?
Ich denke schon, dass Spracherkennung eine Komponente sein kann, um die mobile Dokumentation flüssiger zu gestalten. Mit Spracherkennung lassen sich auf der Visite sehr gut Dinge protokollieren. Das geht gerade bei Touchscreen-Geräten schneller, als Anordnungen per Hand einzutragen.

Ist die Spracherkennung technisch so weit, dass sie beispielsweise Tablet-Geräte unterstützt?
Mit ein paar Ärzten testen wir gerade die neue Spracherkennungsplattform SpeechAnywhere von Nuance, mit der es sehr viel einfacher wird, bei einer klinischen Anwendung direkt in die jeweiligen Felder hinein zu diktieren. Das ist wesentlich plattformunabhängiger als die bisherigen Lösungen. Der erste Eindruck ist gut, aber wir sammeln erst einmal Erfahrungen. Klar ist, dass wir bei so einer Lösung eine Serverinfrastruktur im Hintergrund brauchen. Das geht dann nicht mehr mit Einzel-PCs.

Wie handhaben Sie in Ihren Klinikum die Internetanbindung, die von Mitarbeitern mit Smartphones oder Tablet-PCs ja zunehmend eingefordert wird?
Wir lösen das über mehrere separate WLAN-Netze. Wir haben ein internes, verschlüsseltes Netz für den Zugriff auf die medizinischen Informationssysteme durch autorisierte Nutzer. Und wir haben einen eigenen Hotspot, der ein öffentliches WLAN aufspannt, in das sich sowohl Patienten als auch Mitarbeiter einklinken können, wenn sie ins Internet wollen.

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Herr Kaysler, vielen Dank für das Gespräch. (HTW)


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Quelle: HealthTech Wire für die Augusta-Kranken-Anstalt gGmbH


"Die Bedeutung der mobilen Dokumentation nimmt deutlich zu, auch im Bereich der medizinischen Dokumentation."
"Die Bedeutung der mobilen Dokumentation nimmt deutlich zu, auch im Bereich der medizinischen Dokumentation."
Andreas Kaysler ist IT-Leiter der Augusta-Krankenanstalt gGmbH in Bochum.
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