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conhIT - Messe Berlin GmbH
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conhIT 2010: Digital hält besser!
Daten statt Papier: Diesem Motto folgen immer mehr Krankenhäuser, wenn es um die Archivierung von Patientenunterlagen geht. Noch dominieren zwar gemischte Archiv-Konzepte den Markt. Dank elektronischer Signatur verzichten erste Kliniken in Teilbereichen aber bereits heute auf Aktenordner. Wie ausgereift das digitale Klinikarchiv ist, belegt der Branchentreff conhIT 2010 in Berlin, der die digitale Archivierung in der Medizin in diesem Jahr zu einem Schwerpunkt macht.
Veröffentlicht: 10.03.2010
BERLIN, DE - (HealthTech Wire / News) - Wer sieht, wie Ärzte in einem modernen Krankenhaus ganz selbstverständlich Patientendaten am Bildschirm eingeben und neue Röntgen- oder Laborbefunde im Klinikinformationssystem studieren, der kommt kaum auf die Idee, dass die Archivierung all dieser Daten eine enorme Herausforderung sein könnte. Ist sie aber: Nicht nur müssen auch digital erstellte Befunde und Dokumente eindeutig einem Arzt oder einer Pflegekraft zuordenbar sein. Es muss auch gewährleistet sein, dass die Informationen langfristig abrufbar sind: „In Krankenhäusern müssen viele Unterlagen mindestens zehn Jahre aufgehoben werden. Empfehlenswert sind teilweise sogar 30 Jahre. In solchen Zeiträumen ändern sich Hardware und Software, aber die Dokumente müssen trotzdem lesbar bleiben“, betont Professor Paul Schmücker vom Institut für Medizinische Informatik an der Hochschule Mannheim.
Ein Digitalarchiv bringt mehr Effizienz in den Klinikalltag
Nur ein Beispiel: Hätte eine Klinik vor zehn Jahren ihre Daten ausschließlich auf Disketten gespeichert, stünde sie heute vor einem Problem. Wenn moderne Kliniken digital archivieren wollen, kaufen sie deswegen nicht einfach CDs, DVDs oder andere Datenträger und stellen sie ins Regal wie bisher die Aktenordner. Sie arbeiten stattdessen mit hoch spezialisierten Archivlösungen, bei denen der Anbieter oft dafür gerade steht, dass die Speichermedien durch Austausch und Migration lesbar bleiben. „Ein aktueller Trend geht dahin, mit Speichersystemen zu arbeiten, die mit digitalen Medien bestückt sind. Das verringert die Problematik der Datenmigration deutlich“, so Schmücker. Speichersysteme haben zudem den Vorteil, dass sie auch bei älteren Dokumenten einen raschen Zugriff erlauben. Unnötige Verzögerungen bei der Versorgung eines Patienten werden dadurch vermieden. Das kann in Zeiten der Abrechnung per Fallpauschalen bares Geld wert sein. Zentralisierte Digitalarchive machen zudem Daten unterschiedlicher Quellen gemeinsam zugänglich. Mussten sich früher hochbezahlte Klinikangestellte darum kümmern, dass die Akte aus dem Keller, das Röntgenbild aus der Radiologie und der Histologie-Befund aus der Pathologie kommt, ermöglichen Digitalarchive die Zusammenschau aller Daten per Mausklick.
Die papierlose Klinik: Eine Antwort auf knappe Budgets
Die digitale Archivierung macht aber nicht nur den Klinikbetrieb effizienter. Sie kann auch zu Einsparungen im Gesundheitswesen beitragen: „In Deutschlands Krankenhäusern werden pro Jahr etwa 5,5 Milliarden Dokumente erzeugt, deren Archivierung pro Jahr über zwei Milliarden Euro verschlingt“, so Schmücker. Digitalarchive können diese Kosten senken. Voraussetzung ist allerdings, dass die Dokumente von vornherein digital erstellt werden und an keiner Stelle ausgedruckt oder eingescannt werden müssen. Auch hier liegt der Teufel freilich im Detail: Wer komplett auf das Papier verzichten will, muss dafür sorgen, dass die medizinischen Dokumente gesetzeskonform elektronisch signiert werden. Nur so ist auch Jahre später noch nachvollziehbar, wer einen Befund erstellt oder möglicherweise verändert hat.
Elektronische Signatur wird für Kliniken zum Thema
Die Technik für eine elektronische Signatur im Klinikumfeld ist vorhanden. Derzeit sind viele Krankenhäuser aber noch zögerlich. Sie warten auf eindeutige Festlegungen der Politik, etwa im Zusammenhang mit dem Aufbau einer Telematikinfrastruktur. „Trotzdem sollten sich die Kliniken schon heute mit dem Thema der elektronischen Signatur befassen, um später nicht abgehängt zu werden“, betont Andreas Kassner vom Verband der Hersteller von IT-Lösungen für das Gesundheitswesen (VHitG). Dass es geht, zeigt beispielsweise das Klinikum Braunschweig, wo schon über zehn Millionen Seiten medizinischer Dokumente mit einer qualifizierten elektronischen Signatur eines akkreditierten Trustcenters unterzeichnet und archiviert wurden. Das komplett papierlose Digitalarchiv mit digitaler Signatur gibt es derzeit zwar noch in keinem Krankenhaus. Doch der Weg ist vorgezeichnet.
Themenführung über die conhIT-Industrie-Messe
Bei der conhIT 2010 können sich Besucher unter anderem bei einer vom Verband der Hersteller von IT-Lösungen für das Gesundheitswesen (VHitG) organisierten Themenführung über Dokumentenmanagement und digitale Archive informieren. Die Arbeitsgruppe SigDMSArchive des VHitG hat auch einen VHitG-Innovationsreport zum Dokumentenmanagement erstellt, der unter www.vhitg.de kostenlos zum Download bereitsteht.
Informationen für Besucher und Aussteller unter www.conhit.de.
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In Kürze
- Patientendaten müssen langfristig abrufbar sein.
- Digitale Archivierung ermöglicht raschen Zugriff auf ältere Dokumente, macht Klinikbetrieb effizienter, ermöglicht Einsparungen im Gesundheitswesen.
- Die papierlose Klinik: medizinischen Dokumente müssen gesetzeskonform elektronisch signiert werden.
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