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IT-Systeme KIS, Sprachverarbeitung

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Siemens: Auf dem Weg zum „speech-enabled“ KIS

„Die Anforderungen beider Welten berücksichtigen.“

Veröffentlicht: 13.04.2010

ERLANGEN, DE - (HealthTech Wire / News) - Eine tiefe Integration der Spracherkennung ins Krankenhausinformationssystem (KIS) ist unverzichtbar, wenn sich Sprache als Eingabemedium für die klinische Dokumentation durchsetzen soll. Für Christoph Nahrstedt von der Siemens AG Healthcare Sector ist diese Integration keine Einbahnstraße, sondern ein wechselseitiger Prozess.

„Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass wir zwei Welten zusammenbringen wollen, die jeweils eigenen Gesetzen gehorchen“, betont Nahrstedt, der für Siemens an der conhIT-Gesprächsrunde „Erfolgsfaktor(en) Spracherkennung“ teilnimmt und dort seine Vorstellung einer „Integration 2.0“ darstellen wird.

Die eine Welt, das ist der stark individuell geprägte Mikrokosmos des einzelnen Anwenders, der bei der Erstellung von Dokumenten ganz unterschiedliche Strategien verfolgen kann.

Manche Anwender schreiben den gesamten Entlassungsbrief erst bei der Entlassung. Andere formulieren bereits vorher Absätze, die sie dann am Ende zusammenführen. Manche nutzen Textbausteine, andere nicht. „Ein modernes KIS bietet hier eine hohe Flexibilität. Es ermöglicht letztlich jedem Nutzer, seine eigenen Präferenzen bei der Erstellung der klinischen Dokumentation umzusetzen“, so Nahrstedt.

Die andere Welt ist die des übergeordneten Informationsprozesses, des Weges, den Dokumente innerhalb einer Einrichtung nehmen, vom Diktat über die unterschiedlichen Freigabeinstanzen bis zum Sekretariat und Versand. Das ist die Prozesswelt, in der sich digitales Diktat und Spracherkennung bewegen: Hier können beim Übergang von der analogen in die digitale Welt Effizienzreserven gehoben werden.

„Entscheidend für den Erfolg von Spracherkennung im Krankenhaus ist, dass die Anforderungen beider Welten berücksichtigt werden“, so Nahrstedt. Eine sinnvolle „Integration 2.0“ der Spracherkennung ins KIS müsse den Anwendern, die bei der KIS-Dokumentation wesentlich heterogener sind als beispielsweise in der Radiologie, möglichst viel Funktionalität bieten, damit diese ihre individuellen Dokumentationsstile nicht aufgeben müssen. Sowohl der Komfort, den die Nutzer vom KIS gewohnt sind, als auch die freie Wahl zwischen Textbausteinen, Templates und rein narrativer Texteingabe sowie die zeitliche Entzerrung des Dokumentenerstellungsprozesses müssen gewährleistet bleiben, wenn ein KIS „speech-enabled“ wird.

„Mit strukturierten Editoren und mit der Integration von Mehrwertdiensten in die Spracherkennungs-Lösungen sind die Hersteller von Spracherkennung technologisch in Vorleistung getreten. Die KIS-Hersteller müssen diesen Ball jetzt aufnehmen“, betont Nahrstedt. Das dürfte mittelfristig freilich sehr viel mehr bedeuten als nur die Einführung eines Arztbriefs mit Spracheingabe. „Wenn es darum geht, möglichst die gesamte Dokumentation sprachgestützt zu erstellen, wird es nicht reichen, wenn die KI-Systeme nur beim Entlassungsbrief Spracherkennung  einsetzen.“

In Nahrstedts Vision einer „Integration 2.0“ stehen der gesamte Inhalt sowie auch die Strukturinformation klinischer Dokumente für die Spracherkennung zur Verfügung. Damit würde es dann problemlos möglich, Teile eines Dokuments zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu diktieren, schon eingefügte Informationen zu übersprechen oder Dokumente an beliebiger Stelle zu ergänzen. Erst das sei dann eine tiefe Integration, die diesen Namen auch verdient.

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Quelle: Siemens AG


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In Kürze

  • Integration 2.0 soll zwei Welten zusammenführen: den übergeordneten Informationsprozess und die stark individuell geprägten Anwendungsarten der Endnutzer.
  • Bisher gebräuchliche Dokumentationsstile müssen weiterhin gewährleistet sein, wenn ein KIS „speech-enabled“ wird.
  • „Ein modernes KIS ermöglicht jedem Nutzer, seine eigenen Präferenzen bei der Erstellung der klinischen Dokumentation umzusetzen.“

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