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VoiceIt: „Zunehmend relevant für die Versorgung“

(HealthTech Wire / VoiceIt) - Welche Herausforderungen bringen moderne IT-Lösungen für die Arztpraxis? Wie lassen sich effektive eHealth-Angebote in einem Land mit extrem hoher Sensibilität für Datenschutzfragen am besten realisieren? Fragen wie diese werden bei der Schweizerischen eHealth-Konferenz eHealthCare.ch 2009 in Nottwil diskutiert. HealthTech Wire sprach mit dem Conference Board Präsidenten Dr. Willy Oggier.
Veröffentlicht: 18.09.2009
Am 23. und 24. September versammelt sich die Schweizer eHealth-Szene zur eHealthCare.ch. Was sehen Sie als das Highlight der diesjährigen Veranstaltung?
Die Veranstaltung eHealthCare.ch ist traditionell eine breit angelegte Veranstaltung, die einen umfassenden Überblick über die schweizerischen eHealth-Aktivitäten bietet. Das geht von kantonalen eHealth-Projekten über Vernetzungsprojekte von Spitälern bis hin zur Telemedizin. Wenn ich in diesem Jahr einen Punkt herausgreifen soll, dann würde ich darauf verweisen, dass wir zum ersten Mal von der Schweizerischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin eine Anerkennung als ärztliche Fortbildungsveranstaltung für die vollen zwei Kongresstage bekommen haben. Das deutet schon darauf hin, dass eHealth zunehmend als relevant für die ärztliche Versorgung betrachtet wird. Die Ärzteschaft spielt eine Schlüsselrolle für die Akzeptanz und Umsetzung von eHealth-Lösungen.
Wie äußert sich das konkret im Programm?
Es spiegelt sich unter anderem darin wider, dass wir am zweiten Kongresstag hintereinander vier Symposien mit unmittelbar ärzterelevanten Themen haben, von morgens 8.30h bis abends 17.15h. Zwei dieser Symposien beschäftigen sich mit den strategischen Herausforderungen, mit denen die Ärzteschaft derzeit konfrontiert ist und mit der Bedeutung, die IT-Systeme in diesem Zusammenhang haben können. Denken Sie zum Beispiel an die DRG-Einführung, die jetzt auch in der Schweiz ansteht. Die beiden anderen Symposien fokussieren im Detail auf die Prozesse im Arztalltag und auf die Unterstützung dieser Prozesse durch IT-Lösungen.
Wie beurteilen Sie die Diskussionen über eHealth in der Schweiz? Sind alle relevanten Akteure beteiligt? Gerade die Ärzte sind diesbezüglich ja in vielen Ländern eher zurückhaltend…
Ich denke, dass sich da in den letzten Monaten und Jahren einiges getan hat. Das zeigt auch unser Kongress. Wir haben verschiedene Präsidenten von kantonalen Ärztegesellschaften als Redner im Programm. Und der Präsident der Schweizerischen Ärztegesellschaft ist Mitglied im Conference Board. Was die anderen Stakeholder angeht: Die Politik ist sowohl auf Bundesebene als auch auf kantonaler Ebene hochrangig vertreten, etwa in Person der beiden kantonalen Gesundheitsdirektorinnen von Tessin und St. Gallen und des Gesundheitsministers von Basel Stadt. Seitens des Bundes erwarten wir den obersten eidgenössischen Datenschützer und natürlich den Hauptverantwortlichen für das Projekt Gesundheitskarte.
Ein Kernthema des Kongresses ist naturgemäß die Schweizer eHealth-Strategie. Wie beurteilen Sie die bisherige Umsetzung – auch im Vergleich zu anderen Ländern wie etwa Deutschland?
Diese Frage ist unter anderem Gegenstand des 2. HealthcareLEADERFORUM, das am ersten Tag unter meiner Moderation stattfinden wird. Sie verstehen, dass ich mich aus diesem Grund im gegenwärtigen Zeitpunkt mit einer Antwort etwas zurückhalten muss. Vielleicht soviel: Ich denke schon, dass wir in der Schweiz eine extrem ausgeprägte Misstrauenskultur haben, die zum Beispiel dazu führt, dass Datenschutzfragen noch stärker diskutiert werden als in Deutschland. Auch das föderalistische Denken ist sehr tief verwurzelt. Es gibt eine Art Wettbewerb zwischen den Kantonen, die jeweils eigene Lösung zu einer schweizweiten Lösung zu machen. Wir machen da eine Gratwanderung zwischen einem durchaus positiven kantonalen Wettbewerb einerseits und dem Anspruch, auch auf Bundesebene vorwärts zu kommen. Wenn Sie Deutschland ansprechen: Ich glaube schon, dass die Bereitschaft, bestimmte Dinge einheitlich zu regeln, in Deutschland ausgeprägter ist. Das spielt wohl auch die Tradition des preußischen Staatsverständnisses mit, die uns in der Schweiz fehlt.
Wie hat sich die Konferenz eHealthcare.ch über die Jahre entwickelt?
Die Veranstaltung ist erheblich gewachsen. Im vergangenen Jahr hatten wir in einem kleinen Land wie der Schweiz an den beiden Tagen über 1700 Teilnehmer, das ist schon ganz beachtlich. Auch die Industrie zeigt von Jahr zu Jahr wachsendes Interesse. Ich denke, die eHealthCare.ch hat sich in ihrer neunjährigen Geschichte zur zentralen Schweizer eHealth-Veranstaltung entwickelt.
Was erwarten Sie für dieses Jahr?
Es besteht schon ein gewisser Anreiz, die Zahl vom letzten Jahr noch einmal zu übertreffen. Wir werden sehen. Was wir bisher wissen, sieht gut aus: Die Zahl der Voranmeldungen ist hoch. Wir haben rund 100 Aussteller, was auch beachtlich ist. Und auch bei dem am ersten Tag stattfindenden HealthcareLEADERFORUM erwarten wir 40 Krankenhausdirektoren. Wenn Sie das auf Deutschland hochrechnen, wären das 400… Ich denke, wir dürfen optimistisch sein.
Dr. Oggier, vielen Dank für das Gespräch. (HTW)
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Dieser Artikel wurde im GoDirect: eHealthCare.ch unter www.healthtechwire.ch/ehealthcarech veröffentlicht.
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