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Tieto Deutschland GmbH
Kategorie: VoiceIt
Software Krankenhaus - Informationssystem (KIS)
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VoiceIt: „Erfolgreich migrieren"

(HealthTech Wire / VoiceIt) - Die neue Generation eines Klinikinformationssystems einzuführen, ist kein kleines Unterfangen. Fast jeder in der KIS-Branche kann dazu Geschichten zum Besten geben. Andreas Lange war bei dem Unternehmen Tieto das ‚Mastermind’ hinter einem solchen Modernisierungsprojekt – und hat es mit Erfolg bewältigt. Im Gespräch mit HealthTech Wire verrät er, worauf es ankommt, wenn KI-Systeme migrieren und was am Ende dabei heraus gekommen ist.
Veröffentlicht: 30.10.2009 Übersetzungen verfügbar: EN
Wie kam es überhaupt zu der Modernisierungswelle im Markt für Klinikinformationssysteme, die wir in den letzten Jahren gesehen haben beziehungsweise auch jetzt noch sehen?
Ein wichtiger Grund war, dass viele Compiler-Hersteller für die alten Client-Server-Lösungen keinen Support mehr anboten. Für die KIS-Unternehmen hieß das, dass sie viel mehr selbst programmieren mussten. Auf Dauer blieb da nur die Migration auf einen neuen Compiler. Die entscheidende Frage war dann, ob man Java oder .NET nahm.
Tieto hat sich, wie einige andere KIS-Hersteller, für .NET entschieden. Warum?
Unserer Meinung nach konnten wir die alten Client-Server-Lösungen mit .NET anwenderschonender ablösen als mit Java, unter anderem weil der Maskenaufbau bei Eingabedialogen schneller ist. Mit .NET konnten wir eine verteilte Applikation realisieren, die sich für die Nutzer so anfühlte, als passiere alles vor Ort. Das wäre mit Java schwieriger gewesen. Java ist zwar plattformunabhängiger. Dies ist aber im Klinikbereich nicht so entscheidend, da dort ohnehin fast überall Windows im Einsatz ist.
Tieto hatte damals nach mehreren Übernahmen in Deutschland drei unterschiedliche KI-Systeme im Portfolio. Wie konsolidiert man das auf einer neuen Plattform?
Es gibt da unterschiedliche Strategien bei den Herstellern. Eine Variante ist, ein komplett neues System zu entwickeln und die alten Systeme auf die gemeinsame neue Architektur zu migrieren. Die zweite Variante besteht darin, eines der Systeme zu modernisieren und die anderen abzukündigen. Bei Tieto haben wir uns für eine dritte Variante entschieden, nämlich die drei Systeme zu fusionieren. Wir haben erst einmal ein .NET-Framework entwickelt, in dem alle drei Altsysteme laufen konnten. Danach haben wir dann die Altsysteme in Module zerlegt und schließlich in einem dritten Schritt die Module einzeln auf .NET umgestellt. Dabei haben wir uns bei Modulen mit gleicher Funktion immer an dem jeweils besten orientiert.
Wie erfolgreich waren Sie mit dieser Strategie?
Das ganze Projekt hat vor drei Jahren begonnen. Mittlerweile haben wir fast 90 Prozent der Module umgestellt. Von unseren rund 200 KIS-Kunden wurden bisher etwa 140 auf .NET migriert. Mit anderen Worten: Wir sind zu 70 Prozent durch. Unser Ziel ist es, die verbleibenden Module und die restlichen Kunden im Jahr 2010 umzustellen. Insgesamt haben wir in den vergangenen zwei Jahren im Schnitt mehr als einen Kunden pro Woche umgestellt. Das dürfte ziemlich einzigartig sein…
Zu Ihrer Einheit gehören auch indische Programmierer. Wie sind die Erfahrungen bei der Zusammenarbeit mit Ihren indischen Kollegen?
Es gab einen Lernprozess, aber insgesamt ist es eine Erfolgsgeschichte. Bei uns sind die Teams mit indischen und deutschen, teilweise auch nordischen Kollegen, besetzt, so dass Entwickler aus den unterschiedlichen Ländern an einem Produkt oder Modul arbeiten. Wir schicken also keine großen Projekte nach Indien und warten, was zurückkommt, sondern sitzen gemeinsam an einer virtuellen Programmierumgebung. Mit Hilfe von IP-Konferenzsystemen können die Kollegen sich auch jederzeit von Angesicht zu Angesicht treffen. Damit auch ein persönlicher Kontakt entsteht versuchen wir außerdem, unsere indischen Entwickler zumindest einmal im Jahr nach Europa beziehungsweise umgekehrt unsere europäischen Entwickler nach Indien reisen zu lassen.
Nachdem die Einführung der neuen Plattform jetzt weitgehend abgeschlossen ist: Wo setzt Tieto speziell im deutschen Markt derzeit die Schwerpunkte bei der Weiterentwicklung von iMedOne?
Unser Motto bei der Medica 2009 in Düsseldorf lautet „Das KIS mit den besten Verbindungen“. Was wir damit sagen wollen ist: Nachdem es lange darum ging, Expertensysteme wie PAC-System, digitales Archiv oder Systeme für die Steuerung von Workflows an das KIS anzubinden, wird es jetzt immer wichtiger, eine Vernetzung mit externen Informationssystemen zu erreichen, also zum Beispiel mit den IT-Lösungen von Reha-Kliniken oder von niedergelassenen Ärzten. Entscheidend hierbei ist, als KIS-Anbieter nicht nur einen Standard zu bedienen, sondern offen zu sein. Somit ist unser Kunde bei der Auswahl seiner Partner flexibel.
Was heißt das konkret?
Wir unterstützen natürlich die Kommunikation über anerkannte Standards wie HL7 sowie die neuen Dokumenten-Standards der CDA. Zusätzlich kann iMedOne als ein System, das mit service-orientierter Architektur arbeitet, auch SOA-basierte Verbindungen aufbauen. Das ermöglicht eine sehr tiefe Integration. Ein Beispiel: Wir haben mit einem Praxis-EDV-Hersteller ein Projekt umgesetzt, bei dem die niedergelassenen Ärzte aus ihren Praxis-EDV-Systemen heraus auf klinische Pfade des Krankenhauses zugreifen können. Sie können damit die ersten diagnostischen Schritte dieses Pfades ambulant abarbeiten und für die Klinik unmittelbar zugänglich dokumentieren. Ein anderes Szenario ist die Anbindung eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ). Auch hier geht es um eine möglichst enge Integration, ohne dabei die Autonomie der einzelnen IT-Systeme zu beeinträchtigen. Dafür ist eine SOA-basierte Anbindung sehr gut geeignet.
Als Tieto in Deutschland antrat, war es ein erklärtes Ziel, iMedOne so zu konzipieren, dass es auch für den internationalen Markt interessant ist. Ist das gelungen?
Wir überstürzen nichts. Voraussichtlich ab 2010 wollen wir iMedOne auch im benachbarten Ausland anbieten. Darauf ist die Lösung technisch und konzeptionell vorbereitet worden. Auch die Kooperation mit den skandinavischen Kollegen wird intensiver, vor allem auf Basis einzelner Module. So haben wir zum Beispiel in Deutschland ein Modul für klinische Pfade entwickelt, das wir jetzt nach Skandinavien ‚exportieren’. Der letztes Jahr bei uns eingeführte SMS-Reminder stammt ursprünglich aus Finnland. Wir schauen uns somit sorgfältig an, welche Module unser Portfolio gut ergänzen - ohne andere Märkte aus dem Auge zu verlieren.
Herr Lange, vielen Dank für das Gespräch. (HTW)
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Dieser Artikel wurde im GoDirect: conhIT / VHitG unter www.healthtechwire.de/vhitg veröffentlicht.
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