Additional content:
Premium News von
Grundig Business Systems GmbH
Kategorie: VoiceIt
Veröffentlicht in GoDirect
Leser
Anzahl Leser: 752 .
Platz 363 von insgesamt 929 Nachrichten .
.Main content:
VoiceIt: Diktiergeräte - Ohne Ergonomie kein Langzeitspaß

(HealthTech Wire / VoiceIt) - Auch wenn alle Welt von der digitalen Revolution redet: Im Moment diktieren Deutschlands Ärzte noch mehrheitlich analog. Doch die Uhr tickt. Roland Hollstein, Geschäftsführer bei Grundig Business Systems, verrät im Interview mit HealthTech Wire, warum das digitale Diktat nicht mehr aufzuhalten ist und wieso er keine Angst vor Smartphones hat.
Veröffentlicht: 07.04.2010
Herr Hollstein, wie wird in Deutschlands Krankenhäusern eigentlich am liebsten diktiert?
Das medizinische Personal ist neben Juristen und Angehörigen der öffentlichen Verwaltung eindeutig die diktierfreudigste Berufsgruppe in Deutschland. Das ist schon seit vielen Jahren so. In der Vergangenheit wurde natürlich ausschließlich analog auf Tonbänder diktiert. Jetzt geht der Trend mehr und mehr in Richtung des digitalen Diktierens, wobei der wachsende Kostendruck in medizinischen Einrichtungen der wichtigste Treiber ist. Es ist aber keineswegs so, dass die analoge Welt schon überall abgelöst wäre. Wir schätzen, dass im medizinischen Umfeld noch zu etwa 65 bis 75 Prozent analoge Diktiersysteme im Umlauf sind. Bei einzelnen Fachgruppen, etwa bei Radiologen, dominieren allerdings schon heute die digitalen Systeme.
Was ist der Vorteil des digitalen Diktats für eine medizinische Einrichtung?
Ein wichtiger Punkt ist, dass das digitale Diktat eindeutig einem Patienten zugeordnet werden kann. Das geht beim analogen Diktieren so nicht. Wie diese Zuordnung genau umgesetzt wird, dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine Variante ist die Barcode-Erfassung. Dabei werden Krankenakten mit einem Barcode versehen, der der Patientennummer im KIS entspricht. Der Barcode wird dann vor dem Diktat eingescannt. Damit ist die Zuordnung des Diktats zu einem Patienten im KIS eindeutig.
Etwas altmodisch…
Zugegeben. Eleganter sind die so genannten Datenlisten, bei denen der Arzt im Diktiergerät eine Liste seiner Patienten vorfindet, sobald er das Gerät aus der Dockingstation nimmt. Er klickt dann einfach auf den entsprechenden Namen und diktiert los. Auch hier ist die Zuordnung eindeutig. Wir haben das kürzlich bei den drei Krankenhäusern der Katholischen St. Lukas Gesellschaft in Castrop-Rauxel in größerem Maßstab und sehr erfolgreich umgesetzt. Dort wurden insgesamt 150 mobile Diktiergeräte angeschafft. Der Arzt kann im KIS die Patienten auswählen, bei denen er ein Diktat erstellen will. Die erscheinen dann in der Datenliste seines Diktiergeräts – völlig unabhängig vom Arbeitsplatz.
Verändert der Wandel vom analogen zum digitalen Diktat auch die Nachfrage nach Diktiergeräten?
Indirekt schon. Es gibt einen klaren Trend hin zu digitalen Handdiktiergeräten, die nicht mehr notwendigerweise mit einem Arbeitsplatz verbunden sein müssen. Viele Ärzte wollen heute mobil diktieren. Das spiegelt sich in unserer Produktpalette wider. Unser Kernprodukt bleiben stationäre Mikrofone mit und ohne Kabel. Mit dem schnurlosen Digta CordEx hatten wir in diesem Bereich die Innovationsführerschaft. Das zweite Standbein sind mobile Handgeräte wie das Digta 420, 415 oder 410. Außerdem bieten wir die Basissoftware DigtaSoft 4.3 an, die unter anderem Versionskontrollen unterstützt und einen Vidierungsworkflow abbilden kann.
Bei der conhIT 2010 haben Sie als Neuheit das Digta SonicMic II im Gepäck. Gibt es bei Diktiergeräten wirklich immer noch Verbesserungsbedarf?
Das SonicMic II wurde in erster Linie für die im Kliniksektor zahlreich eingesetzten Linux Thin Clients entwickelt, sowohl in der Version unter Citrix als auch unter Windows Terminal Server. Es ist überall da nützlich, wo enge Bandbreiten existieren, und unabhängig davon ist es sehr gut für den Einsatz im Rahmen der Spracherkennung geeignet.
Haben Sie nicht Sorge, dass Ihnen bei den mobilen Diktiergeräten mit BlackBerry, iPhone und Co mittelfristig übermächtige Konkurrenz erwächst?
Wir betrachten Mobiltelefone mit Diktierfunktion als eine Einstiegsmöglichkeit in das digitale Diktieren, die aber rasch an ihre Grenzen stößt. Das hat vor allem ergonomische Gründe: Wenn länger als 10 bis 15 Minuten diktiert werden soll, wird die Haptik sehr wichtig. Dazu gehört unter anderem ein Schiebeschalter, den Mobiltelefone nicht aufweisen. Um gelegentlich ein paar Gedanken digital aufzuzeichnen, sind diese Geräte vollkommen ausreichend. Für das professionelle Diktieren sind sie aber ungeeignet. Trotzdem bieten wir bei unseren Geräten und unserer Software die Möglichkeit, Daten zu verarbeiten, die zum Beispiel mit einem BlackBerry aufgenommen wurden.
Was sollte ein Krankenhaus beachten, wenn es vom analogen auf das digitale Diktieren umsteigt?
Man muss sich im Klaren darüber sein, dass es hier nicht nur um Technik geht, sondern ganz entscheidend auch um interne Prozesse. Die gilt es anzuschauen und oft auch umzugestalten. Zusammen mit Partnern bieten wir hier gezielte Beratung an. Wichtig ist, das Ziel immer vor Augen zu behalten: Der Patient verlässt das Krankenhaus mit sämtlichen Entlassdokumenten inklusive Arztbrief. Davon sind wir in vielen Einrichtungen noch weit entfernt.
Herr Hollstein, vielen Dank für das Gespräch. (HTW)
Grundig ist auf der conhIT 2010: Halle 2.2 / D-115.
###
© so2say communications. Alle Rechte vorbehalten. Auszüge dürfen für nicht-kommerzielle Zwecke und unter Angabe bzw. Verlinkung der Quelle HealthTech Wire / www.healthtechwire.de weiterverwendet werden.
###
Zurück zu VoiceIt Overview