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GoPubMed macht eine beschränkte Suchmaschine zum “Superhirn”

Insgesamt 20.000 Besucher täglich profitieren vom dem Browser-Projekt, das von der EU-Kommission gefördert wird

Veröffentlicht: 18.12.2009 Übersetzungen verfügbar: EN, FR

DRESDEN, DE - (HealthTech Wire / News) - Gewöhnliche Internet-Suchmaschinen durchforsten Dokumente lediglich nach Stichworten – höhere Kombinatorik ist hierzu nicht nötig. Ein in Dresden angesiedeltes Spin-off des EU-geförderten Sealife-Projektes hilft Suchmaschinen jetzt zu verstehen, wonach sie eigentlich suchen. Davon profitieren sowohl Unternehmen als auch Wissenschaftler, die nun neue Möglichkeiten haben, ihre Wissensressourcen zu organisieren.

„Suchen Sie einmal in Google nach den Begriffen ‚IT Investition’ und ‚Deutschland’, da werden sie eine Fülle von Artikeln finden. Allerdings wird kein spezieller Artikel zu Neuinvestitionen in Dresden darunter sein, weil Google nicht weiß, dass Dresden in Deutschland liegt“, erläutert Michael R. Alvers, Vorstandsvorsitzender und Mitbegründer des Unternehmens Transinsight. Aufbauend auf Ergebnissen des Sealife-Projektes unter dem Dach des 6. EU-Forschungsrahmenprogramms hat Transinsight einen intelligenten, semantischen Browser entwickelt, das nun an Unternehmen vermarktet wird. Im Internet gibt es überdies eine freie Version für bestimmte Applikationen.

Die öffentlich zugängliche Webseite GoPubMed, ein semantischer Browser für die naturwissenschaftliche Gemeinde, zeigt, wie es funktioniert. Das Angebot basiert auf der Standard-Datenbank PubMed, die von der US National Library of Medicine bereitgestellt wird. PubMed wir vor allem von vielen biomedizinischen Forschern genutzt, ist jedoch bei weitem noch nicht ausgereift. „PubMed gibt etwa 50.000 Artikel aus, wenn Sie ‘Herzkrankheiten’ eingeben. In Wirklichkeit gibt es aber mehr als 800.000 Artikel zu diesem Thema. Allerdings führen die meisten nicht ‘Herzkrankheiten’ als Stichwort an, und daher kann die Standard Pub Med-Suchmaschine sie auch nicht finden“, erläutert Alvers.

Um die Abfrageergebnisse zu verbessern, fügt GoPubMed jetzt eine –wie Alvers es nennt - ‚Ontologie’‚ hinzu, eine Art Wörterbuch oder Vokabular. GoPubMed nutzt sowohl das Medical Subject Headings (MeSH), ein internationales medizinisches Fachvokabular als auch die Ressourcen der Gene Ontology (GO), einer biomedizinischen Initiative. Dies soll helfen, mehr Querverbindung aufzufinden und beispielsweise Artikel zu identifizieren, die im Zusammenhang mit Herzkrankheiten stehen.

Allerdings: Für die Nutzer ist es noch kein entscheidender Vorteil, unter 800.000 anstatt 50.000 Artikeln wählen zu können. Darum geht GoPubMed auch einen Schritt weiter und reduziert die Auswahl der Artikel mittels eines baumförmig strukturierten User Interface, das auf derselben Ontologie basiert, die bei der Abfrage zum Einsatz kommt.

Alvers: „Mit nur wenigen Klicks kommt der Nutzer zu einer Auswahl, die nicht nur viel umfassender, sondern auch wesentlich präziser ist als die standardisierte PubMed-Suche.” Der Nutzen dieser Neuerung werde von der naturwissenschaftlichen Forschungsgemeinde begrüßt, sagt Alvers. „In den letzten Monaten ist die Zahl der Nutzer regelrecht nach oben geschnellt. Wir liegen nun bei etwa 20.000 Besuchern am Tag.” Die Verbindung einer ausgeweiteten Datenbanksuche mit Hilfe eines intuitive nutzbaren Interface überzeugte auch die Jury des renommierten Red Dot Communication Design Preises: GoPubMed hat in diesem Jahr mehr als 6.000 Mitbewerber geschlagen.

„Im Zeitalter stetig wachsender Online Ressourcen gibt es unzweifelhaft einen Bedarf für semantische Suchmaschinen”, so Joel Bacquet, Projekt Officer für das Sealife Projekt der EU-Kommission. „Das GoPubMed Project überzeugte uns, da es einen hoch ausgereiften technologischen Ansatz zur Lösung eines alltäglichen Problems bietet: Die tägliche Informationsflut ist in vielen Branchen und Forschungsgebieten gegeben. Hinzu kommt ein sehr durchdachter Businessplan.”

Transinsight, gegründet 2006, macht seit zwei Jahren Gewinne. Heute hat das Unternehmen 10 Mitarbeiter und Kunden auf der ganzen Welt, darunter so bekannte multinationale Konzerne wie RWE und Unilever.

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Quelle: HealthTech Wire für GoPubMed


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