Ihre Version:

Additional content:

Premium News von

European Commission Information Society & Media DG

Kategorie: News

IT-Systeme Elektrokardiographen

Veröffentlicht in GoDirect

Leser

Anzahl Leser: 1217 .

Platz 88 von insgesamt 904 Nachrichten .

Ihre Bewertung: .

Ihre Bewertung:

Jetzt bewerten!
  .

Main content:

Dein Bett beobachtet dich!

Die Patientenüberwachung erfolgt über dezente Biosensoren welche in Kleidung und Bettdecken eingenäht werden. Auch Haushalts-Elektronik, wie Personenwaagen und Blutdruckmessgeräte, können damit ausgestattet werden.

Chronisch kranke Patienten benötigen eine lückenlose Überwachung ihrer wesentlichen Gesundheitsparameter. Herkömmliche Instrumente für diesen Zweck sind jedoch meist schwerfällig und unpraktisch. Was nicht sein muss: Für Herzpatienten beispielsweise sind auch T-Shirts oder sogar Bettlaken als Monitoring-Geräte ideal. Im EU-geförderten Projekt MyHeart werden Instrumente wie solche „aufmerksamen Bettlaken“ gerade getestet.

Veröffentlicht: 23.10.2009

BERLIN, DE - (HealthTech Wire/News) - Laut Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden heute bis zu 45 Prozent aller Todesfälle in der Europäischen Union durch Herzerkrankungen verursacht. Viele Patienten mit solchen Krankheiten benötigen eine durchgängige Beobachtung etwa ihres EKG sowie ihres Körpergewichts, ihres Blutdrucks und ihrer Herzfrequenz. Dieses Monitoring wird zunehmend digital durchgeführt: Telemonitoring Projekte bedienen sich der digitalen Version von konventionellen diagnostischen Geräten wie die elektronische Blutdruckmesser-Manschette oder digitale Personenwaagen.

Dennoch: Die reine Digitalisierung der konventionellen Sensortechnologie reicht bei Weitem nicht aus. Sie führt nicht dazu, dass Patienten ihre Daten zuverlässig täglich übermitteln wie sie eigentlich sollten. Für Telemonitoring eignen  sich die herkömmlichen Sensorsysteme ebenfalls nicht immer. Um die Potenziale dieser Anwendungen wirksam zu heben, sind innovative neue Instrumente genauso notwendig wie neue Anwendungsparameter. “Im Rahmen des EU-geförderten Projekts MyHeart möchten wir untersuchen, ob nicht auch andere Sensortechnologien denkbar sind, die herkömmliche Monitoring-Gerätschaften zu Gunsten chronisch Herzkranker ergänzen oder sogar ersetzen können“, so Prof. Dr. Christian Zugck, Abteilung für Innere Medizin III an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

MyHeart als integriertes Projekt vereint über vierzig Partnerinstitutionen aus zehn EU-Mitgliedsstaaten: Es wird teilgefördert vom IST Programm der Europäischen Kommission / 6. Europäisches Forschungsrahmenprogramm – 16 Millionen Euro gibt die Europäische Kommission in den Fördertopf, 18 Millionen Euro kommen von den Projektpartnern.

Die Projektkoordination hat das Unternehmen Philips übernommen. MyHeart startete im Jahr 2003 und reicht bis ins Jahr 2010. Das Hauptergebnis, eine umfassende klinische Studie, befindet sich unmittelbar vor Fertigstellung. “Die Studie bezieht 200 Patienten aus sechs akademischen Zentren in ganz Europa mit ein, bei denen es zu kongestivem Herzversagen gekommen war“, erläutert  Prof. Dr. Zugck.

Im Rahmen der Studie wurden die intelligenten elektronischen Textilien,  die in den ersten Jahren des Projekts entwickelt  worden waren, im klinischen Setting getestet. So erhielten Patienten beispielsweise Bettlaken, die in der Lage sind, Veränderungen bezüglich Druck und Bewegungen zu registrieren.  “Diese Bettlaken werden vor allem dafür eingesetzt, um Atmungsmuster der Patienten zu überwachen, während sie schlafen”, so Prof. Dr. Zugck.

Zusätzlich ziehen die Patienten morgens eine spezielle Weste an, in deren Stoff Elektroden verankert sind, die einen EKG aufnehmen können und die Thoraximpedanz messen. Die EKG-Daten wurden dazu verwendet, die Variabilität der Herzfrequenz zu berechnen. Prof. Dr. Zugck: “Eine solche Neuerung ist von großem Interesse für Patienten mit Herzversagen. Zumindest mag sie bei machen Patienten helfen, kritische Episoden früher zu erkennen als dies anhand herkömmlicher Parameter wie dem Körpergewicht erkennbar ist. Weniger Einweisungen ins Krankenhaus wären die positive Folge.“

Der Schwerpunkt von MyHeart liegt jedoch nicht allein auf neuen Technologien, sondern auch auf der medizinischen Forschung.  Das Projekt zielt darauf ab, neue Technologien zur Marktreife zu bringen, so dass sie im klinischen Alltag optimal eingesetzt werden können. Der wirkliche klinische Nutzen wird jedoch später noch einmal evaluiert werden müssen. Prof. Dr.  Zugck: “Die nötigen finanziellen Mittel vorausgesetzt, würden wir gern eine Folgestudie ansetzen, um entsprechende moderne Sensorsysteme in einem typischen Telemedizinischen-Szenario zu testen.“ Prof. Dr. Zugck ist überzeugt davon, dass Telemedizin ebenso finanzielle Auswirkungen auf die europäischen Gesundheitssysteme hat. “Wir waren in der Lage zu zeigen, dass mit Telemedizin die Ausgaben für die direkte Versorgung der Patienten mit Herzversagen um die Hälfte reduziert werden könnten.“

###

Quelle: HealthTech Wire für die Europäische Kommission - ICT for Health


Zurück zu News Overview

Additional content:

Leichter lesen